Bubishi – historisches Wissen für moderne Selbstverteidigung

Auch im Jahr 2015 durften wir wieder hanshi Patrick McCarthy in Haßloch begrüßen. Nun zum 6. Mal war er für eine Woche unser Gast. Alle die nicht regelmäßig in den sozialen Medien vertreten sind, dürften überrascht gewesen sein, wie fit hanshi nun ist. Seit ca. 15 Monaten lebt er nach einem strikten Diät- und Fitnessplan. Das Resultat bis jetzt: 65 kg weniger und total fit und agil.

Bevor das eigentliche Seminar begann, ging es auf Sightseeing Tour nach Speyer zu seinem weltberühmten Dom und zum Trifels (vielen Dank an Martin Cassel) einer mittelalterlichen Burg, in der, so munkelt man, Richard Löwenherz eine Zeitlang gefangen gehalten wurde. Außerdem kam unsere KU-Gruppe in den Genuss mehrerer Trainings mit sensei. Auf Grund seiner wieder erlangten Fitness, ließ er es sich nicht nehmen alle Aspekte des Trainings praktisch zu leiten und vorzuzeigen. Es wurde viel am Boden gearbeitet, futari geiko (2-Personen Drills) aufgefrischt, kata (wieder-) erlernt, dazu funktionierende Anwendungen geübt und über die Kampfkünste gesprochen. Für mich persönlich waren die Erlebnisse, die Trainingseinheiten und Gespräche mit hanshi Patrick McCarthy wertvolle und unschätzbare Zeit. Auch bei den allmorgendlichen Läufen gab es immer viel Input und Diskussionen rund um die Kampfkünste.

Hier nun ein kleiner Seminarbericht in Reimform. Verfasst wurde er von unserem damaligen Vereinsmitglied Maximilian Wolff zu einem ähnlichen Seminar mit shibucho Olaf Krey.

Am Samstag ging es richtig los,
ganz offiziell und tadellos.
Ein Grußwort erst für Jedermann,
wie es nur hanshi Patrick kann.
Die Techniken, die er uns lehrt,
sind effektiv und altbewährt.
Er zeigte uns ein Dokument,
das alt und hard to understand.
Bubishi, so wird es genannt,
ein Buch mit Autor unbekannt.
Wenn brenzlig die Situation,
zeigt’s dir eine Applikation.
48 stehen dort,
so fegt man jeden Gegner fort.
Der sensei der ist kompetent,
weil er die ganzen Griffe kennt.
Die Pausen taten wirklich Not,
zum Ruhen und für’s Pausenbrot.

Mit Bodenkampf ging es dann weiter,
ein Steckenpferd vom Lehrgangsleiter.
Am Boden hat man nicht viel Spiel,
drum war die Technik diffizil.
Erst Mount, dann Guard, den Arm schnell hebeln,
den Gegner so am Boden knebeln.
Wer am Boden häufig übt,
im Ernstfall dann nicht unterliegt.
So war der Samstag nun geschafft,
so mancher Muskel war erschlafft.

Am Sonntag standen auf der Liste,
mehr Anwendungen aus der Koryu-Kiste.
Wiederhole fleißig deine waza,
denn das macht aus dir ‘nen Master.
Ob Solo oder Partnerdrill,
den Hüfteinsatz man sehen will.
Doch ehe man sich nun versah,
war das Trainingsende da.
Karate rund um die Uhr,
hinterlässt gern seine Spur.
Ein blauer Fleck und kleine Wunden,
machten uns am Abend klar,
dass Duschen nie so schmerzhaft war.
Der Lehrgang der war kräftezehrend,
doch auch überaus belehrend.
Wir freuen uns auf nächstes Jahr,
wenn sensei dann ist wieder da.

Vielen Dank an Patrick McCarthy für diesen gelungenen Lehrgang. Danke auch an alle fleißigen Helfer und alle die dabei waren. Wir vom Koryukan Haßloch freuen uns schon auf das Seminar im nächsten Jahr.